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»ES WAR EIN RAUM WIE KLARES WASSER.«

»Es war ein Raum wie klares Wasser, und es fühlte sich gut an, darin zu liegen.«

Inspiriert durch ein Zitat aus dem Roman von Ewald Arenz, »Alte Sorten«, stellt die Galerie ABTART zum Auftakt des Ausstellungsjahres 2021 drei zeitgenössische Maler in den Fokus: Jan Peter Tripp, Nicolas Schützinger und Jan Kromke.

Wie das Bild des ›klaren Wassers‹ das Stillstehen der Zeit, vielleicht ihre Abwesenheit, vor Augen führt, so sind die verschiedenen Möglichkeiten der Wahrnehmung oder des Erlebens von Zeit der rote Faden, der durch die Ausstellung führt.

Der Prozess des Entstehens ist ein wichtiges Moment in den Stillleben, Porträts, Landschaften und Aktdarstellungen von Jan Peter Tripp. Als Porträtmaler nähert sich der Künstler dem Menschen zunächst in Gesprächen und Begegnungen. Es entstehen Fotografien auf deren Basis sich in monatelanger Arbeit ein Bild formt. Schicht für Schicht — langsam und behutsam — arbeitet sich der Künstler zum ›Wesen‹ des Gesehenen — zu seinem — subjektiven — Bild vor.

Als hörte man das Tropfen von Wasser oder das Ticken einer Uhr: das Verrinnen der Zeit, das Erleben ohne Geschehen, das Private und scheinbar Nebensächliche ist das Thema der Bilder Nicolas Schützingers. Eine eigen­artige Stille, eine Ruhe findet sich in seinen Darstellungen: alltägliche Situationen häuslichen Lebens abseits der Geschäftigkeit: eher Beschreibungen denn Vorkommnisse, eher Zustände denn Aktion.

Auf ganz andere Weise wird das gewahr werden von Zeit in den großformatigen Landschaftsbildern von Jan Kromke zum Bildinhalt. Das Oszillieren, das Schillern der Oberfläche, das Spiel des Lichtes und der Farben: das, was wir zu sehen meinen ist nicht nur Abbild der Natur. Es ist das Abbild des Erlebens selbst; dessen, was man sieht und fühlt, wenn man sich darauf einlässt.

Drei Künstler lehren uns das Staunen — jenseits der großen Inszenierung. Man möchte Verweilen, die Stille und Schönheit genießen.

Werd ich zum Augenblicke sagen:

Verweile doch! du bist so schön!
Dann magst du mich in Fesseln schlagen,
Dann will ich gern zugrunde gehn!
Dann mag die Totenglocke schallen,
Dann bist du deines Dienstes frei,
Die Uhr mag stehn, der Zeiger fallen,
Es sei die Zeit für mich vorbei! (J.W. Goethe)